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TAXI TEHERAN

  • Burggarten, Burg Sonnenberg 5 Talstraße Wiesbaden, HE, 65191 Germany (map)

Jafar Panahi

Ein Taxi fährt durch die lebhaften Straßen Teherans. Die wechselnden Fahrgäste erzählen freimütig, was sie umtreibt: ein Filmschmuggler vertickt die neueste Staffel von „The Walking Dead“ und Filme von Woody Allen, zwei alte Frauen wollen Goldfische in einer Quelle aussetzen und ein vorlautes kleines Mädchen erklärt ihren Anspruch auf Frappuccino und ihre Nöte beim Verwirklichen eines Kurzfilmprojekts für die Schule. Am Steuer sitzt der Regisseur selbst, der 2010 wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem 20-jährigen Berufsverbot verurteilt wurde, und nun geheimnisvoll lächelnd einen neuen Film kreiert. Denn eine auf dem Armaturenbrett versteckte Kamera hält alles fest …


Mit viel Herz und Humor zeichnet Jafar Panahi ein liebevolles Porträt der Menschen in seiner Heimat und schafft damit einen hoffnungsvollen Kontrast zu den üblichen negativen Nachrichtenmeldungen. Dabei verbindet er mit Leichtigkeit Gesellschaftskritik und Komödie und denkt nebenbei geschickt über die Möglichkeiten des Kinos nach. Der Gewinner des Goldenen Bären 2015 ist intelligent und unterhaltsam zugleich und zeigt, was Kino selbst unter ärgsten Restriktionen zu sein vermag.

Originaltitel Taxi
Genre Komödie
Produktionsland Iran
Produktionsjahr 2014
Länge ca. 82 Minuten
Format 1,85:1
Originalsprache Farsi
FSK ab 12 beantragt
Kinostart 23. Juli 2015
Regie & Drehbuch Jafar Panahi, Produktion Jafar Panahi, Darsteller Jafar Panahi
Auf weitere Angaben wird zum Schutz der Beteiligten verzichtet.

KOMMENTAR DES REGISSEURS

Ich bin Filmemacher. Ich kann nichts anderes als Filme machen. Mit Kino drücke ich mich aus, es ist mein Leben. Nichts kann mich am Filmemachen hindern. Denn wenn ich in die äußerste Ecke gedrängt werde, ziehe ich mich in mein Innerstes zurück. Und trotz aller Einschränkungen wird in dieser inneren Abgeschlossenheit die Notwendigkeit, etwas zu erschaffen, zu einem immer größeren Trieb. Kino als Kunstform wird zu meinem Hauptanliegen. Ich muss unter allen Umstanden weiter Filme machen, um der Kunst Respekt zu erweisen und mich lebendig zu fühlen. 

ÜBER DEN REGISSEUR

Jafar Panahi gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Filmemacher des Irans und wurde bereits mit hochrangigen Preisen wie dem Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig, der Goldenen Kamera des Festivals von Cannes und dem Silbernen sowie dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnet.
Aufgrund seiner kritischen Haltung gegenüber den politischen und gesellschaftlichen Umständen in seiner Heimat sind die meisten seiner Filme dort
verboten. Bei den umstrittenen iranischen Präsidentschaftswahlen 2009 unterstützte Panahi die Oppositionsbewegung Grüne Bewegung von Mir Hossein Mussawi gegen den Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Am 1. März 2010 wurde Panahi wie auch seine Frau und Tochter in seinem Haus von der iranischen Polizei festgenommen. Er wurde zunächst ohne Anklage ins Evin-Gefängnis gebracht, wo er knapp drei Monate lang inhaftiert blieb. Er trat in den Hungerstreik, unter anderem weil er keinen eigenen Anwalt bekam. Am 25. Mai 2010 kam er gegen die Zahlung einer Kaution von 200.000 US-Dollar stark abgemagert bis zum Beginn des Strafprozesses frei. Panahi wurde im Dezember 2010 schließlich wegen „Propaganda gegen das System“ zu sechs Jahren Haft verurteilt und erhielt außerdem ein 20-jähriges Berufs-, Ausreise- und Interviewverbot.
Dies hindert Panahi jedoch nicht daran, weiterhin Filme zu drehen, in denen er die Situation der Islamischen Republik anklagt, und diese in die Welt hinauszuschicken. Nach IN FILM NIST (2011) und CLOSED CURTAIN (2013) ist TAXI (2014) der dritte Film, den Panahi heimlich produzierte und zur Präsentation auf internationalen Festivals außer Landes schmuggelte. In TAXI spielt Panahi einen Taxifahrer, der verschiedene Fahrgäste – von seiner eigenen Nichte über eine Menschenrechtsaktivistin bis hin zu einem illegalen Videohändler – durch die Straßen Teherans fährt. Durch die vielen unterschiedlichen Gäste und den semi-dokumentarischen Charakter des Films entsteht ein eindrucksvoll reflektiertes Portrait einer Gesellschaft, welches einerseits eine schwere Anklage an das iranische System darstellt, andererseits aber vollkommen ohne Verbitterung und Zynismus auskommt. Panahi ließ den Film nach Berlin schmuggeln, wo er bei der 65. Berlinale den Goldenen Bären für den besten Film gewann.

FILMOGRAFIE
1995 Der weiße Ballon (Badkonake sefid)
1997 Der Spiegel (Ayneh)
2000 Der Kreis (Dayereh)
2003 Crimson Gold – Blutrotes Gold (Talaye sorkh) 2006 Offside
2011 Dies ist kein Film (In Film Nist) 2013 Closed Curtain (Pardé)
2015 Taxi Teheran (Taxi) 

Nov. 2016: Exground Filmfest Wiesbaden, Schwerpunkt IRAN

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Website: www.taxi.weltkino.de
Facebook: www.facebook.com/Taxi.DerFilm
Pressematerial: www.filmpresskit.de

Kartenvorverkauf HIER!

Essen und Trinken
Wir bieten bei unseren Veranstaltungen neben Wasser, Softdrinks und Sekt stets eine Auswahl beliebter Winzerweine an.
Für den kleinen Hunger gibt es frische Brezeln der Bäckerei Abt in Sonnenberg und diverse Snacks.

(Bei Dauer-Regen findet die Veranstaltung im Kaisersaal statt!)

Earlier Event: August 9
"Die bewegte Stimme"
Later Event: August 27
NAOMI: Funk und Soul im Burggarten